Ken Kesey- Einer flog über das Kuckucksnest

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Ein Buch, dass ich aus vielen Gründen gelesen habe. Zum einen steht es auf beiden meiner Listen: Rory Gilmore und dem Harenberg. Dann habe ich auch den Film gesehen- selbst wenn das schon eine Weile her ist. Und nicht zuletzt wollte ich es einfach schon eine ganze Zeit lang lesen. Wer nicht?

Der Alltag in der Psychiatrie ist strikt geregelt, über alles und jeden führt die Schwester Aufsicht. Es gibt sogar ein Buch, in das die Insassen die Neuesten oder Interessantesten Dinge eintragen können, damit diese in einer Gesprächsrunde diskutiert werden können.

Diese Ordnung wird gestört, als Murphy die Station betritt, denn er ist jemand, der sich gegen alle Regeln auflehnt, und ganz besonders gegen die Schwester. Bereits zu Beginn stellt er klar, dass er nicht verrückt ist. Und dann nimmt das Übel seinen Lauf, denn mit Murphy und der Schwester stoßen zwei Geister aufeinander, von denen jeder von sich überzeugt ist und keiner nachgeben will.

Geschildert wird alles aus der Sicht eines Indianers, Häuptling Bromden, den alle für stumm und taub halten, weswegen er beinahe Zugang zu allen Bereichen hat.

Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch steht vollkommen zu Recht im Harenberg. Dabei liegt das meiner Meinung nach nicht am Schreibstil, sondern am Inhalt, ganz besonders aber an den Charakteren. Sie sind vielleicht verrückt, aber unglaublich realitätsnah, so real, dass man sich manchmal selber bei der Frage ertappt, wie verrückt man selber ist, dass man sich mit ihnen identifizieren kann. Selten trifft man auf so liebevolle Charakterskizzen, und das vor allem nicht in einem Mammutwerk, sondern auf nur wenigen hunderten Seiten.

Etwas verwirrend war jedoch teilweise die Sicht von Bromden. Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob er nun tatsächlich beobachtete oder doch halluzinierte, etwa mit dem Nebel, der in der Station auftaucht. Gut, der war bestimmt nicht real, aber es war ja auch nur ein Beispiel von vielen.

Wer den Film kennt, wird hier eine hervorragende Vorlage finden. Das Buch wurde mehr oder weniger Satz für Satz umgesetzt, wenn ich mich richtig erinnere. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass im Buch mehr Leute starben, bin mir da aber nicht ganz sicher. Und natürlich, ein großer Unterschied: Während Bromden ein überaus wichtiger Charakter und auch der Erzähler im Buch ist, wird er im Film zu einer Nebenfigur degradiert- was auch Ken Kesey wohl ziemlich aufgeregt hat.

Fazit: Ich kann das Buch nur empfehlen. Man muss sich darauf einlassen, sich fallen lassen und es mit Verstand lesen, aber es lohnt sich wirklich. Vor allem bekommt man Lust, sofort nochmal den Film zu sehen und Vergleiche zu ziehen 😀

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