Zurdo/ Guitérrez: 616- Die Hölle ist überall

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Ich kann nicht anders, ich muss einfach mehrere Bücher parallel lesen…

Neben dem Werk von Adler traf es „616“, da ich es bald in die Bücherei zurückbringen muss.

Es geschehen unerklärliche Dinge. Man berichtet von Nahtoderfahrungen, die hinter dem Licht am Ende des Tunnels zu unvorstellbaren Grausamkeiten ausarten, der Gärtner Daniel, eine der wichtigsten Personen des Buches, weiß Dinge, die er sonst nicht weiß und scheint besessen zu sein. Und überall findet man diesen Satz: DIE HÖLLE IST ÜBERALL.

Der Jesuitenpriester Albert Cloister und die Psychologin Audrey Barrett wollen unabhängig voneinander herausfinden, was es damit auf sich hat.

Soviel zum Inhalt. Erst war ich ein wenig skeptisch, nach einer großen Enttäuschung im Mysterythriller- Bereich und dem merkwürdigen Cover- waren die Kaminflammen im Umschlag wirklich nötig?- bin ich bei diesen Thrillern sehr vorsichtig geworden. Trotzdem hörte es sich interessant an, und das überwog schließlich. Ich habe es nicht bereut.

Nach meinen ganzen Pendergast- Rezensionen könnte man fast meinen, dass ich kaum etwas anderes als Mystery lese, aber das stimmt gar nicht. Bald folgen auch andere Rezensionen, keine Sorge. 😀

Das Buch ist in zwei große Teile gegliedert, die jeweils etwa die Hälfte der Seiten einnehmen. Gespickt ist es mit vielen Zitaten oder Anspielungen, unausweislich war natürlich die berühmte Szene aus „Der Exorzist“, wo das Mädchen die Treppe herunterkommt. Im Anhang gab es kurze Erklärungen zum Wahrheitsgehalt der beschriebenen Ereignisse, genauso wie zu Beginn darauf hingewiesen wurde, dass es sich hier um eine Theorie handelt. Eine interessante Theorie, wenn ich das einmal bemerken darf.

Anders als in der Schule nehme ich meine Kritikpunkte vorweg: Erst das Negative, dann das Positive. Was mir aufgefallen ist: Im Zwischenmenschlichen Bereich müssen die Autoren noch an sich arbeiten. Die Beschreibungen und Dialoge wirken zwischendurch sehr platt, etwa hier:

„Ich werde dich jetzt küssen“, sagte Joseph sehr ernst.

Gegen Ende des Buches, im Krankenhaus, konnte ich auch nur den Kopf schütteln. Um bei den Charakteren zu bleiben, noch ein Punkt: Die Wahrheitsliebe von Albert hätte ein paar weiterer Erklärungen bedurft, es wird zwar viel erzählt, aber das hat nicht zwangsweise etwas mit dieser manischen Suche nach Wahrheit zu tun. und, ein letzter Kritikpunkt: Das Ende. Das war nun wirklich übertrieben. Nicht unbedingt vorhersehbar, aber definitiv zu dick aufgetragen. Hier wäre etwas weniger wirklich hilfreich am Platz gewesen.

Nichtdestotrotz, und hier kommen wir zum Positiven, war das ein gutes Buch. Ich war wirklich überrascht, wie sehr es mich gefesselt hat. Obwohl ich zum Zeitpunkt dieser Rezension noch immer etwas angeschlagen von einer frühmorgendlichen Magenverstimmung und deswegen hundemüde war, hat es mich gepackt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht, wie die Wahrheit lautet, was es damit auf sich hat. Dieser Zug ist den Autoren sehr gut gelungen, über das ganze Buch hinweg wird so gut wie nichts enthüllt. Es kann sich zwar nicht zwangsweise mit Büchern wie „Illuminati“ oder „Sakrileg“ messen, aber es muss sich auch keinesfalls dahinter verstecken.

Fazit: Diese Buch sollte unbedingt einmal gelesen werden. Zwar gibt es einige Punkte, die der Bearbeitung bedarft hätten, aber es ist ein gut geschriebenes Buch, das vollkommen zu Unrecht in den Regalen der Verlage oder Buchläden verschwindet. Ich kann es nur empfehlen!

P.S.: Ich habe hier auch zum ersten Mal die Technik aus „How to read a book“ angewendet, bisher kann ich noch nichts Negatives dazu sagen. Die Rezensionen dazu folgt nach ein paar weiteren Praxisversuchen.

Bei Amazon bestellen oder ansehen: 616 – Die Hölle ist überall

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