Kapuscinski: Die Welt im Notizbuch

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Ein Zufallsfund aus der Bücherei, ich hatte vor kurzem einen Geschichtsanfall, in dem ich alles Mögliche über Geschichte ausgeliehen habe…

Kapuscinski beschreibt in seinem Notiz-/ Tagebuch seine Eindrücke vom Tag, von den Ländern, in denen er sich aufhält, seine Träume, Ideen zu Geschichten oder einfach ganz normale Gedanken, wie jeder Sterbliche sie hat. Ein Thema, dass bei ihm jedoch durch das ganze Buch hinweg auftaucht, ist Armut.

Wer auf  Tagebücher oder eben Notizbücher steht, wird sich wohl auch mit diesem Werk anfreunden können. Ich musste mich da ehrlich gesagt ein wenig durchquälen. Zum einen lag das daran, dass ich noch unzählige weit interessantere Bücher auf meinem SuB habe, (irgendwann kommt davon auch nochmal ne Liste hierhin, versprochen,) und zum anderen an einem ganz dicken Minuspunkt: Die Einträge in diesem Buch waren nicht nach Datum geordnet.

Das mag sehr banal klingen, aber die Notizen decken einen großen Zeitraum ab, und zwischendurch dachte ich endlich, das Geschehen einordnen zu können, aber dann kam wieder etwas ganz anderes. In einem winzigen Nachwort wird das von den Heruasgebern auch noch einmal erwähnt, allerdings ohne eine Erklärung dafür zu geben. Wäre das Ganze etwas strukturierter gewesen, so hätte ich davon sicherlich mehr gehabt. Das Datumsangaben durchweg fehlten, machte die Sache auch nicht viel leichter.

Von diesem Monuspunkt abgesehen, war das Buch sehr interessant. Ich lese immer gerne, was anderen Leuten so im Kopf herumgeht, was sie denken, wie sie die Welt sehen. Hier bekommt man davon einen ganz guten Eindruck. Manchmal haben die Betrachtungen keinen allgemeinen Charakter, er schreibt natürlich auch viel über seine Heimat Polen, reflektiert das ein wenig, sondern sind oft philosophisch angehaucht. Auch religiöse Themen kommen ab und an mal vor.

Kapuscinski notierte sich im Laufe der Zeit auch viele Zitate, im Gegensatz dazu sind auch viele Sachen von ihm zitatwürdig, etwa Folgendes:

„Jedes Werk ist nur eine Annäherung. Vor allem heute, in einer Zeit der Informationsflut, ist ein Werk undenkbar, dass zu irgendeinem großen Thema alles sagen könnte. Ein Spezialist und Kenner dieser Thematik wird immer frustriert, enttäuscht sein: Denn er weiß schließlich mehr.“

Ein Zitat, dem im Prinzip nichts mehr hinzuzufügen ist. Warum gibt es sonst Buchkritiken? Weil jeder von uns ein anderes Wissen, eine andere Erfahrung besitzt und danach urteilt. Aber kann ein Autor wirklich allen gerecht werden? Ich denke nicht.

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