Jonathan Barnes: Das Albtraumreich des Edward Moon

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Endlich habe ich es geschafft, mich diesem Buch zu widmen. Schon vor über einem Jahr habe ich es mir von einem guten Freund ausgeliehen. Wenn er das liest, entschuldige ich mich hiermit vielmals, dass es so lange gedauert hat 🙂

Im London des 20. Jahrhunderts kommt es zu merkwürdigen Morden, die scheinbar keinen Sinn ergeben. Schon bald wird Edward Moon, Zauberer und Hobby- Detektiv, zu den Ermittlungen hinzugezogen. Er soll Licht in das Dunkel bringen, doch schon bald sieht es so aus, als wäre das Gegenteil der Fall.

Ein unterhaltsames, verrücktes und fantastisches Buch. Am bemerkenswertesten ist der Erzähler, der sich direkt zu Beginn mit den Worten meldet:

„Seien sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, des öfteren lächerlich und gewollt bizarr. „

Ich kann dem Erzähler nur in einem Punkt zustimmen: Es ist bizarr. Zu Beginn klingt alles noch ein wenig merkwürdig, aber es steigert sich immer mehr. Natürlich ohne, dass einem glaubwürdige Erklärungen geboten werden, wie ja auch schon zu Beginn angemerkt. Gegen Ende wurde es ein wenig zu viel des Guten, als es um den Schlafenden geht, aber es fällt mir auch nichts ein, was man an dessen Stelle hätte setzen können, denn irgendwie passt es auch.

Aber kommen wir zurück zum Erzähler. Er scheint objektiv zu sein, gibt hier und da jedoch ein paar Kommentare ab und wendet sich auch direkt an uns Leser, etwa, indem er sich für schnulzige Stellen entschuldigt oder zugibt, dass er hier und da etwas gelogen hat. Seine Figur wird im Laufe der Erzählung ebenfalls immer interessanter, es tauchen Entwicklungen auf, die man so nicht vermutet hätte. Wenn man gerade denkt, man hätte herausgefunden, nach welchem Prinzip, welcher Storyline oder Prämisse oder was auch immer diese Buch geschrieben wurde, so blättert man eine Seite um und entdeckt, dass man falsch lag.

Ich möchte hier nicht fehlleiten und zu der Annahme verführen, dass es sich um einen Terry Pratchett- Ableger handelt. Jonathan Barnes hat zwar einige skurille Ideen, aber sie spielen in einem mehr oder weniger realen London, nicht in einer fiktiven Welt. Und Edward Moon ist es interessanter Charakter, genauso wie der Schlafwandler oder meiner persönlichen Favoritin, der Archivarin. Ich mag Büchermenschen einfach gerne 😀

Fazit: Ein Buch, dass man wirklich kennen sollte, ich kann es nur empfehlen. Gestern habe ich in der Bücherei „Das Königshaus der Monster“ durch Zufall entdeckt. Ich freue mich jetzt schon drauf und hoffe, dass es ebenfalls so skurill ist.

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