Rolf Ackermann- Die verschollene Karawane

Standard

Danke an den Droemer- Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Peter Föllner und Jahzara erhalten beide von dem Franziskanermönch Charles
eine Karte. Diese Karte soll sie entlang einer verschollenen Karawanenroute
zum Reich des legendären Priesterkönigs Johannes führen. Doch nicht nur das,
auf genau dieser Route mit demselben Ziel ist vor vielen, vielen Jahren eine
Karawane verschwunden. Auf ihren Kamelen soll sie sagenhafte Schätze gehabt
haben, und zwar nicht nur weltliche.
Im Gegensatz zu den bisherigen Bücher, wo sich der Text doof anhörte, das Buch
dagegen toll war, war es hier wieder umgekehrt. Ich habe mich von anderen
Rezensionen und von dem spannend klingenden Text blenden lassen. Statt einem
spannendem Roman wie „Operation Sahara“ oder einem Buch ähnlich wie „Das
Vermächtnis der Tempelritter“, traf ich hier auf etwas wenig überzeugendes.

Zwischendurch waren zwar sehr interessante Sachen eingestreut, wie die Legende
des Johannes, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört habe, oder einige Infos
über Afrika bzw. Äthiopien. Doch das wiegt leider nicht den Rest des Buches
auf. Direkt zu Beginn war es klasse geschrieben, versprach Spannung,
Geheimnisse, sogar ein wenig Blut. Schon auf den nächsten Seiten jedoch wurde
man enttäuscht. Es waren nicht nur die schwach ausgearbeiteten Charaktere, bei
Yvonne habe ich zum Beispiel beinahe eine Krise bekommen. Wie kann jemand nur
so eifersüchtig und nahe am Wasser gebaut sein? Jeder ist mal eifersüchtig, aber das war einfach nur übertrieben.

Was mich aber wirklich, wirklich am meisten geärgert hat, waren diese unangebrachten Ausrufezeichen. Das klingt bestimmt kleinkariert, aber es war wirklich nervig. Diese Satzzeichen standen an Stellen, wo genauso gut einfach ein Punkt gereicht hätte. Wirklich! Nehmen wir eine willkürliche Seite, z.B. S. 73. Ich zähle hier alleine 6 Ausrufezeichen. Teilweise berechtigt, wie

„Yvonne, hier geht es um die Franziskaner!“

und dann wieder an Stellen wie

„Damals ging es darum, den großen Handelskuchen Welt aufzuteilen!“.

Und das ist nur ein Beispiel von vielen Seiten. Vielleicht hat mich diese Kleinigkeit auch einfach so gestört, dass ich dem Rest des Buches nichts mehr abgewinnen konnte. Für mich ergab sich aber einfach kein Ziel, ich sah keinen Sinn in dem Buch. Von James N. Frey habe ich gelernt, dass Schreiber für ihre Werke eine Prämisse finden sollten, eine Art Moral, die sich wie ein roter Faden durch das Buch liest.

Ist mir dieser Faden einfach entgangen? Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht hat ja noch jemand „Die verschollene Karawane“ gelesen, ich würde mich jedenfalls sehr über ein Kommentar freuen.

Fazit: Man kann das Buch lesen, gerade wegen der vielen interessanten Fakten. Auch das Thema ist interessant. Doch an sich lohnt es sich kaum.

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  1. Eine derat schwachsinnige Buchbesprechung habe ich noch nie gelesen! Germanistikstudentin? Grins….
    Ich habe dieses Buch von Rolf Ackermann, „Die verschollene Karawane“ ebenfalls gelesen. Bin Afrikaistikstudent im letzten Semester. Und ich fand es grandios!

    • Es ist natürlich schade, wenn dir die Rezension nicht gefallen hat. Aber sie spiegelt eben meine eigene Meinung wieder, und ich fand das Buch überhaupt nicht gut.
      Was das Germanistikstudium angeht: Dabei beschäftigen wir uns mit der Sprache und der Literatur des Mittelalters- es hat also gar keinen Einfluss auf diese Rezension.

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