Brom- Der Kinderdieb

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Vielen herzlichen Dank an den Droemer- Knaur Verlag für dieses geniale Rezensionsexemplar!

Durch die Straßen von Manhatten streift ein Junge mit roten Haaren und spitzen Ohren. Sein Name ist Peter, und er ist auf der Suche nach Kindern, die er durch die Nebel nach Avalon führen kann. Dort werden diese Kinder ewig jung bleiben- wenn sie alles tatsächlich überleben. Denn Avalon ist in Gefahr, die „Fleischfresser“ haben sich dort niedergelassen. Und sie beginnen, die Insel und die Kinder, vor allem aber die Magie dort, zu verändern.

Um es gleich zu sagen: Das ist kein Kinderbuch. Es keine Weitererzählung von Barries „Peter Pan“, nicht von der Version, die man von Disney oder sonstigen Leuten kennt. Hier fließt Blut, und zwar eine Menge, Köpfe rollen und Gliedmaßen fliegen durch die Luft. Grausam wie „Pans Labyrinth“ (Ich erinnere die, die den Film gesehen haben, an das Wesen mit den interessanten Händen im Keller und an die beiden Jäger- im Zusammenhang mit der Glasflasche), episch wie „Der Herr der Ringe“ und einfach einmalig faszinierend.

Aber ich schwöre euch: Das ist das wohl beste Buch, dass ich in den letzten Monaten gelesen habe. Ohne Witz! Das Wort „Pageturner“ ist das absolut höchste Lob, dass ich zu vergeben habe. Und das tue ich hiermit. Nach dem Buch war ich duschen, da flog eine Fliege durch das Zimmer- doch mein erste Gedanke war Fee. Wirklich! Ich habe die Seiten förmlich verschlungen, trotz der offensichtlichen Grausamkeit, trotz der Dunkelheit und allem, was darin lauert. Brom, der immer nur mit seinem Nachnamen angegeben wird, ist ein Künstler. Was er mit seinen Worten erschaffen hat, ist der reinste Wahnsinn. Mir fehlen zum ersten Mal seit sehr langer Zeit die Worte, um all das zu beschreiben, was ich während des Lesens empfunden habe. Drum herum habe ich alles vergessen! Meine Notizen, meine Katzen, meine Wohnung, selbst meinen heiß geliebten Kaffee, den ich sonst immer zu allem trinke. Dass Brom, wie er in seinem Nachwort freimütig zugibt, sich eigentlich nur aus alten Sagen, Legenden, Märchen und noch vielem mehr bedient hat, spielt keine Rolle. Er hat das nämlich zu einem dermaßen gewaltigen und ineinander verflochtenem Ganzen zusammengesetzt, dass ich nur noch staunen konnte.
Ich wiederhole mich? Kann gut sein. Selbst jetzt, kurz nach der beendeten Lektüre des Buches, zittern mir noch die Hände. Eigentlich will ich nichts weiter, als zurück in diese Seiten, will wissen, wie es weitergeht, obwohl ein würdiges Ende existiert. Aber irgendwie kann ich mich nicht damit abfinden. Höchstwahrscheinlich wird mich das alles noch eine Weile beschäftigen, und ich hoffe sehr, dass Brom erstens bereits andere Bücher geschrieben hat und zweitens noch viel mehr schreiben wird. Falls das hier ein Debüt war, dann will ich (nicht) wissen, wozu er in der Lage ist, wenn er erst in Fahrt kommt.
Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen, was mich so an diesem Buch, an dieser Welt, beeindruckt hat. Ihr kennt das, ich gehen sonst ganz gerne auf die Charaktere ein, auf bestimmte Szenen, hacke auf Satzzeichen herum. Aber hier verschwamm das alles. Es waren nicht bloß Buchstaben, Wörter, Sätze. Sondern es war so, als wäre man tatsächlich dort. Man las nicht, man erlebte, konnte den Nebel auf sich fühlen, zuckte zusammen, wenn Blut spritzte, litt, wenn jemand starb, stimmte in das Geheul der Teufel ein…

Ich kann nichts mehr dazu sagen. Ehrlich nicht. Oder anders gesagt, ich könnte noch seitenweise berichten, vielleicht sogar zitieren, ebenfalls seitenweise, eher das ganze Buch, aber diese vielen Wiederholungen will ich euch nicht zumuten. Deswegen kommt hier mein Fazit:

Lest es. Sofort. Ich selbst bin oft an dem Cover vorbeigegangen und war zu geizig, das Geld zu investieren. Aber tut es. Leiht es euch aus, kauft es, was auch immer, aber lest es. Unbedingt.

Noch eine kurze Warnung: Ein bißchen was müsst ihr aber schön abkönnen 😀 Was da alles so durch die Luft fliegt…Lesern unter 14 würde ich das vermutlich nicht empfehlen.

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