Henning Mankell- Kennedys Hirn

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Henrik wird von seiner Mutter tot in der Wohnung aufgefunden. Alles sieht nach Selbstmord aus, doch war es das wirklich? Louise macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. War ihr Sohn hinter etwas her, hätte er einen Grund gehabt, sich umzubringen?

Ich gebe zu, Wallander habe ich von Mankell noch nicht gelesen (allerdings liegt „Mitsommermord“ auf meinem Sub), sondern nur „Der Chronist der Winde“. Deswegen habe ich keine große Vergleichsmöglichkeit zu seinen anderen Werken. Doch um es ganz allgemein zu sagen: Ich war enttäuscht, mehr als nur enttäuscht. Die Charaktere waren von vorne bis hinten platt, eindimensional, alles andere als überzeugend. Die ganze Szenerie wirkte zusammengeschustert und der Titel „Kennedys Hirn“ genauso wie die spärlichen Vorkommnisse in dem 400 Seiten starken Buch wirkten wie ein Vorwand. Und unter genau diesem Vorwand, nämlich etwas über Kennedy und die Verschwörungstheorien zu lesen, bin auch ich zu diesem Buch gekommen. Aber es gab so gut wie nichts. Mankell hat sich zwar einen Zusammenhang ausgedacht, aber er wirkte aus der Luft gegriffen. Genauso gut hätte man dem Buch auch den Titel „Straßen von Moskau“ nennen und ebenso einen verrückten Zusammenhang herstellen können- nicht, dass ich ein existierendes Buch mit diesem Titel in Misskredit bringen möchte.
Das einzige, was ich an dem ganzen Buch interessant fand, war die Theorie über das HIV- Virus, über seinen Ursprung. Diese war mir unbekannt, erscheint aber nicht vollkommen unlogisch. Allerdings schrie diese Theorie förmlich nach mehr Präsenz, sie ging zwar nicht unter, kam aber eher gegen Ende auf.
In seinem Nachwort schreibt Mankell, was ihn zu diesem Buch bewegt hat, sein Zorn, als er den jungen Afrikaner an Aids sterben sah. Dagegen ist nichts einzuwenden, Emotionen sind die besten Inspirationsquellen. Doch die Umsetzung dieser Idee hätte er, gerade er, wesentlich besser hinbekommen können. Meiner Meinung nach zählt „Kennedys Hirn“ zu einer seiner schlechtesten Arbeiten, zumindest hoffe ich das, denn ich möchte gerne mehr von ihm lesen.

Fazit: Zeitverschwendung. Wer ein gutes Mankell- Buch über Afrika lesen will, sollte sich „Der Chronist der Winde“ vornehmen, damit ist er wesentlich besser beraten.

Bei Amazon kaufen oder ansehen: Kennedys Hirn (Hier könnt ihr auch ein bißchen was darüber lesen, ein paar Seiten wurden als Leseprobe freigeschaltet)

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  1. Pingback: Lisa McMann- Wake « Buecherrad's Blog

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