Carlos Ruiz- Zafon: Der dunkle Wächter

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1937 ziehen Irene, Dorian und ihre Mutter Simone nach Cravenmore, einem Anwesen an der Küste Frankreichs. Simone wird die Haushälterin des Spielzeugmachers Lazarus, während Irene sich mit dem Fischer Ismael anfreundet. Bald schon entdecken sie, dass in den Mauern von Cravenmore ein düsteres Geheimnis lauert- und das befreit wird.

Cravenmore ist tatsächlich ein faszinierendes Anwesen. überall stehen und liegen diese metallischen oder hölzernen Spielzeuge. Bereits zu Beginn ist es unheimlich, bis sich tatsächlich eine kleine Gänsehaut entwickelt. Was kein Wunder ist, denn Ruiz- Zafon ist ein begnadeter Erzähler. Ohne, dass er darüber ein Wort verliert, hört man das metallische Knirschen, fühlt, wie die Dunkelheit sich verdichtet. Das gelingt ihm durch die einmalige Atmosphäre, die er erschaffen hat. Ich war vollkommen gefesselt von dem Buch, zumal die Handlung auch nicht so spielend vorhersehbar ist. Als Leser hat man hier den Vorteil, von allen Ecken Informationen zu erhalten, die sich Stück für Stück zusammensetzen. Doch die richtige Auflösung lässt noch ein wenig auf sich warten.

Was ich als einzigen Kritikpunkt ins Feld zu führen habe: Den Namen Ismael für einen Fischer. „Moby Dick“ lässt grüßen! Das ist ungefähr so einfallsreich, wie die Protagonistin in einem Buch über Unsterbliche „Ever“ zu nennen (richtig, ich spreche von dem vollkommen abstraktem Titel „Evermore“…) Trotz dieser Kritik passt der Name Ismael jedoch auch.

Es wird nicht mein neues Lieblingsbuch, aber es ist gut. Nicht nur Kinder können das lesen. Natürlich reicht das Buch nicht an seine zwei großen Romane heran,  aber man sollte dem Buch auch die Chance geben, als eigenes Werk, für Jugendliche, betrachtet zu werden. Denn die Kriterien erfüllt es durchaus.

Fazit: 4/5

Durchaus lesenswert. Ich empfehle, „Der dunkle Wächter“ bei Kerzenlicht zu lesen, damit diese gelungene Atmosphäre sich vollends entfalten und das maximale Lesevergnügen entstehen kann.

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  1. Ich liebe die Bücher von Carlos Ruiz Zafón. Erst vor kurzem habe ich »Der Fürst des Nebels« gehört und das HB zu »Der dunkle Wächter« liegt auch schon bereit.
    Im Oktober erscheint dann ja auch endlich der letzte Teil der Nebel-Trilogie, allerdings zunächst gedruckt. Auf das Hörbuch muss ich dann wohl noch bis Dezember warten, aber das ist es mir wert. Rufus Beck liest die Geschichten wirklich ganz großartig und die musikalische Untermalung sorgt noch für zusätzliche Gruselstimmung.

    Liebe Grüße,
    Nina

    • Ich steh auch voll auf seine Bücher!
      Zu „Das Spiel des Engels“ hat er sogar seine eigene Musik komponiert, die finde ich ziemlich cool.
      Wenn ich das richtig gelesen habe, sind in der Nebel- Trilogie aber nicht dieselben Charaktere vertreten, kann das?

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