Agnes Desarthe: Mein hungriges Herz

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Myriam eröffnet ein Restaurant, „Chez moi“ (–> bei mir, zu mir). Anders soll es sein, individuell. Sie will sich lösen von ihrer Vergangenheit, sie verarbeiten und weitermachen können. Doch so ganz ohne Weitere geht das nicht. Immer wieder erinnert sie sich, bis schließlich zu dem Punkt, an dem sich alles ändert.

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch eine „Anzeige“ (nennt man das so?) in „Die namenlosen Töchter„. Es hörte sich sehr interessant an, ein wenig wie „Chocolat“, gespickt mit dunklen Familiengeheimnissen. Im Endeffekt hat aber auch hier der Klappentext wieder Erwartungen ausgelöst, die das Buch nicht erfüllen konnte.

Oder um es anders auszudrücken: Ein unterhaltsamens Buch, man kann es lesen. Allerdings geht es nicht tiefer, hat keine wirkliche Existenzberechtigung. Ein paar Gedanken sind ganz nett, die Charaktere unterhaltsam, besonders die Nebencharaktere. Doch ist es weder besonders einprägsam, noch berührend.

„Ich (…) ärgere mich selbst, dass ich immer wieder auf die Kindheit zurückkomme, dass ich mich nicht davon freimachen kann, dass ich an ihr festhalte wie der Pirat an seiner Schatzkarte.“

Myriam ist kein unsympathischer Charakter, doch ganz überzeugen kann sie mich nicht, ganz besonders nicht wegen der Person bzw. der Tat, was anschließend die Trennung von ihrer Familie zur Folge hat. So, wie diese Gedankenrückblicke stattfinden, drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Autorin selbst viel eher eine glücklicke Kindheit hatte, bzw. ein zufriedenstellendes Leben. Das ist natürlich toll, aber sie hat sich hier an einem Thema versucht, welches sie noch nicht in ihrer ganzen Bandbreite erfasst hat. Das ist schade, denn anhand des Schreibstils denke ich, dass Frau Desarthe zu wesentlich Besserem fähig ist.

Fazit: 2/5

Ein Buch für langweilige Stunden, für zwischendurch, wenn man keine bessere Alternative hat. Für Liebhaber seichter Literatur.

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