Luc Deflo- Nackte Seelen

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Dirk Deleu wird aus dem Ruhestand geholt, weil er belgischen Polizei bei einem grausamen Mordfall helfen soll: Eine Familie wurde getötet, Reihenfolge und Motiv unklar, doch religiöse Bezüge werden schnell gefunden. Hier und dort tauchen auch Fingerabdrücke auf, während an anderen Stellen alles sauber ist. Treibt der Tätet also ein Spiel mit ihnen? Oder sind es gar zwei Tätet? Bosman und Deleu beginnen die Jagd.

„Nackte Seelen“ ist der Debütroman von Luc Deflo, „Totenspur“ und „Ins blanke Messer“ die Folgebände. Somit werden hier natürlich die Charaktere eingeführt, was sehr gut gelingt. Schon von der ersten Szene im Wohnzimmer an hat man das Gefühl, dass da etwas im Hintergrund lauert, dass die beiden männlichen Hauptcharaktere sehr gut aufeinander abgestimmt sind, ohne zu klischeehaft zu wirken. Ebenfalls gut eingeführt wird die Frage, was zwischen ihnen vorgefallen ist, warum Deleu nun eine Auszeit hat und warum man ausgerechnet ihn zurückhaben will.

Kritisch ist der Spannungsbogen zu betrachten. Zu Beginn war alles wunderbar, man war richtig mitgerissen von der Handlung, in meinem Hinterkopf hatte ich schon den belgischen Cody McFadyen vor mir. Dann jedoch ging die Kurve bergab. Es begann damit, dass man als Leser schon wusste, wer der Mörder war. Da dachte man sich schon: Okay, wie blöd kann die Polizei eigentlich sein? Und es ging noch weiter. Die Handlung von Deleu wurde nicht nachvollziehbar, die Folgen davon genausowenig. Die Entdeckung des Mörders war nur noch eine Frage der Zeit. Zwischendurch gab es immer mal wieder spannende Szenen, etwa bei dem letzten Mord, das wurde wirklich gut inszeniert. Die Seiten waren beinahe schweißdurchtränkt, so sehr lag ich auf der Lauer. Aber auch das ebbte wieder ab.

Im Endeffekt lässt sich sagen, dass gut die Hälfte bis zwei Drittel des Buches voller Elan und Faszination geschrieben wurden, dann aber scheinbar händeringend nach einem Ende gesucht wurde- was zudem nicht allzusehr überzeugte. Auch das Klischee des Mörders mit schwerer Kindheit und Unterdrückung erfüllte sich hier mal wieder. Es wäre schon, etwas zu lesen, was mehr Abwechslung bietet.

FAZIT: 3/5

Kann man lesen, besonders den Anfang besser nicht nachts, aber es ist wahrlich nicht so atemberaubend, wie es dargestellt wird.

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