Majgull Axelsson- Die Aprilhexe

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Originaltitel: Aprilhäxan
Erscheinungsjahr: 1997
Deutsche Erstausgabe: 2000

Über die Autorin: Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 als Majgull Andersson in Landskrona, Schweden geboren. Sie durchlief eine journalistische Ausbildung, wurde so auch zur Chefredakteurin der Zeitung „Beklädnadsfolket“ und zur Sekretärin für Öffentlichkeitsarbeit im Außenministerium. Sie beschäftigt sich viel mit Armut und sog. Randgruppen, auch mit Kinderprostitution auf den Phillipinen („Rosarios Geschichte“). Heute ist sie eine von Schwedens bekanntesten Journalistinnen und Autorinnen.

Klappentext:

„Eine meiner Schwestern hat das Leben gestohlen, das für mich bestimmt war. Ich will wissen, welche.“
Vier Frauen, vier Schicksale, vier Lebensentwürfe; Der große Bestseller aus Schweden.

Inhalt:
Desirée liegt in einem Pflegeheim, mit Spasmen, Eppilepsie und CP- Schäden. Ihr Körper mag ans Bett gefesselt sein, doch in ihrem Geist kann sie fliegen: Sie ist eine Aprilhexe und besucht so ihre drei Schwestern. Sie will wissen, welche von ihnen für Desirées Leben verantwortlich ist, warum sie so unterschiedlich werden konnten. Mit Hilfe des Arztes Hubertsson will sie die Lösung finden.

Kritik:

„Es gibt einen Grund, dass es dir so geht, wie es dir geht“, sagte er. „Eine Erklärung. Es gibt immer einen Grund und eine Erklärung. Ich kann sie dir geben. Aber die Frage ist natürlich, ob du sie wissen willst?“

Man muss sich schon einlassen auf dieses Buch. Hat man die Tatsache akzeptiert, dass Desirée sich in die Gestalt von anderen Lebewesen begeben kann, dann akzeptiert man sich auch als Erzählerin. Und sie erzählt gut. Es geht hier nicht nur um ihre Geschichte, diese wird eigentlich nur relativ grob erzählt. Obwohl sie die Hauptperson ist, werden mehr die Geschichten ihrer Schwestern erzählt, besonders von Christina und Birgitta. Diese Geschichten können auch hier in Deutschland gewesen sein, sie wirken real und schlimm zugleich. Vermutlich können sich nicht wenige mit der einen oder anderen Situation identifizieren. Denn es ist keine Geschichte von Frauen, sondern von „Schatten“ am Rande der Gesellschaft, wo Behinderungen oder auf Abwegen geratene Eltern totgeschwiegen werden.
Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, man erkennt, wie viel Mühe hier investiert wurde. Zu jedem hat man eine genaue Meinung, die sich im Laufe der Geschichte kaum verändert, obwohl man bald die Gründe für das jeweilige Verhalten der Frauen kennt.
Einziger Kritikpunkt: Kürzen. Um diese Story zu erzählen, so gut sie auch ist, hätte man weniger als 510 Seiten wählen können. Nicht alle Dinge sind so wichtig, dass man sie unbedingt erwähnen muss, bestimmtes wird auch gerne wiederholt. Doch Wiederholungen gehören zu den Kunstgriffen eines Autors, damit sollte nie übertrieben werden.

Trivia:
– „Die Aprilhexe“ war in Deutschland und Schweden Bestseller, wurde in insgesamt 21 Sprachen übersetzt. Die Rechte wurden an 23 Länder verkauft.
-1997 erhielt Majgull Axelsson für dieses Buch den August- Preis (renommiertester schwedischer Literaturpreis, 1998 war der Träger bei Kinder- und Jugendbuch bspw. Henning Mankell), sowie die BMF- Plakette des schwedischen Buchhandelsmithilfevereins.
– Die Autorin bezeichnet Astrid Lindgren als ihr literarisches Vorbild
– Die Idee der Aprilhexe geht zurück auf Ray Bradbury


Bewertung:

Ein Buch, dass man mal lesen sollte. Allerdings weiß ich nicht, wie es zu einem Bestseller werden konnte, denn so umwerfend ist es nun wirklich nicht. Mit der Geschichte von Schwedens oder auch ruhig Deutschlands „Schatten“ sollte man sich jedoch definitiv beschäftigen, dazu bietet dieser Roman eine gelungene Grundlage.

Weitere Bücher der Autorin:
– Unsere kleinsten Brüder (1986)
– Rosarios Geschichte (1989)
– Sie töten uns (1991)
– Der gleiche Himmel (1994)
– Die Aprilhexe (1997)
– Augustas Haus (2000)
– Die ich nie war (2004)
– Eis und Wasser, Wasser und Eis (2008)

Die Daten erheben wie immer keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, für Trivia und den kurzen Überblick über die Autorin habe ich lediglich die Informationen verwendet, die für die Berichterstattung über dieses Buch am interessantesten erschien.

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