Gustave Flaubert- Madama Bovary

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Originaltitel: Madama Bovary

Erscheinungsjahr: 1851

Über den Autor:

Gustave Flaubert wurde am 12. Dezember 1821 geboren. Schon seit seiner Jugend schrieb er, musste er doch auch wegen eines epilleptischen Anfalls sein Jurastudium abbrechen. Er gehört zu Frankreichs bekanntesten Schriftstellern. Am 8. Mai 1880 starb er.

Klappentext:

Den Kopf voller Schwärmereien von der großen Liebe heiratet Emma den bodenständigen Landarzt Karl Bovary. Sie versucht, eine gute Ehefrau zu sein, muss aber schon bald erkennen, dass das Leben der Seite des gutmütigen, aber wenig schillernden Gatten sie langweilt. Die Tagträume von eleganten und faszinierenden Liebhabern drohen die Eheleute immer mehr zu entfremden, doch Karl sieht die Gefahr nicht. Selbst als Emma heimliche Liebesbeziehungen zu vermeintlichen Künstlern und Feingeistern beginnt und durch einen immer kostspieligeren Lebensstil auffällt, lässt Karl sie gewähren. Eine fatale Situation, aus der Emma schon bald keinen Ausweg mehr sieht…

Kritik:

Das ist mir selten passiert: Ein Buch, wo ich die Hauptcharakterin unausstehlich fand, aber trotzdem nicht aufhören konnte, zu lesen. Im Laufe der Geschichte war ich teilweise richtig angewidert von Emmas Verhalten, konnte nur den Kopf schütteln, doch Flauberts Schreibstil fesselte mich einfach. So habe ich bis zum Ende „durchgehalten“. Erst dachte, dass ich kaum ein gutes Haar an der Geschichte lassen könnte, doch im Nachhinein erscheint es mir sehr gelungen. Obwohl Flaubert vermieden hatte, seine Meinung hier durchblicken zu lassen, so spürte man seine Anwesenheit bei jedem Satz. Das war wirklich geschickt!

Auch der Handlungsbogen wird weitergeführt, bis zu seinem endgültigen Höhepunkt. Und es geht noch weiter hinauf! Man mag am Anfang denken, dass die ersten knapp hundert Seiten unnötig sind. Warum etwas über Karls Schulzeit lesen wollen? Geht es hier denn nicht um Emma? Aber diese Seiten sind notwendig, um Karl kennenzulernen, um ein volles Bild von ihm und seinem Charakter zu bekommen. Erst so kann man sich in ihn hineinversetzen, fühlt mit ihm mit. Hätte Flaubert direkt bei der Bekanntschaft mit Emma begonnen, so wäre das kaum möglich gewesen.

Trivia:

– „Madame Bovary“ erschien zuerst in einer Zeitschrift. Flaubert wurde daraufhin wegen Verstoßes gegen die Sitten angeklagt, immerhin ging es in seinem Buch um Ehebruch und Affären. Doch er erwirkte einen Freispruch. Dieser Prozess brachte ihm viel Aufmerksamkeit ein, als 1857 dann das Buch erschien, wurde es zu einem Verkaufserfolg.

– Die Handlung beruht auf einem Zeitungsartikel von 1848, in dem von dem Selbstmord einer Arztgattin berichtet wurde.

– Sehr ungewöhnlich und neu war hier, dass es sich bei Emma um einen vollkommen durschnittlichen Menschen handelte, der nichts heldenhaftes hatte.

– Nach diesem Buch wurde der Fachbegriff „Bovarysme“ ins Leben gerufen. Er beschreibt eine starke Einbildungskraft, so dass der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist und in Selbstmord gipfeln kann. Diesen Begriff findet man in der franz. Literatur.

Bewertung:

Lesen! Bildet euch ein eigenes Urteil. Am Anfang war ich skeptisch, wollte es schon weglegen, am Ende liebt ich es. Wer jedoch „Anna Karenina“ mag, wird hier kaum etwas nach seinem Geschmack vorfinden. Emma bleibt einfach fürchterlich.

Weitere Bücher des Autors:

– Madame Bovary

– Bibliomanie

– Agonies

Erinnerungen eines Verrückten

– Smarh

– Novembre

– Die Versuchung des heiligen Antonius

– La Spirale

– Le Candidat

– Un cœur simple

– Die Erziehung des Herzens

– Trois Contes

Bouvard und Pécuchet

– Wörterbuch der Gemeinplätze

– Salammbô

– Leben und Werke des Paters Cruchard und andere unveröffentlichte Texte

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