Malinda Lo- Ash

Standard

Inhalt:

Nach einer glücklichen, aber kurzen Kindheit wird Ash zum Waisenmädchen. Fortan muss sie den Haushalt ihrer Stiefmutter führen, die sie alles andere als gut behandelt. Ash‘ einzige Hilfe: Die Erinnerung an die Märchen, die ihre Mutter ihr immer erzählt hat, dass in den Wäldern Feen leben und Menschen entführen. Das erscheint Ash um einiges besser, als das Leben bei ihrer Stiefmuter zu führen. Bei einem ihrer Streifzüge durch den Wald begegnet sie jedoch der königlichen Jägerin. Diese Begegnung verändert sie.

 

Bewertung:

Natürlich kommen hier Erinnerungen hoch. Aschenputtel, Cinderalla, und wer weiß wie viele Varianten davon noch. Die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen: Ash, Aschen-puttel. Zwei Stiefschwestern. Eine böse Stiefmutter. Prinz, König, magische Helfer… Diese Dinge kann man nicht leugnen. So gesehen ist es keine sehr kreative Idee gewesen, nur eine Adaption.

Allerdings macht Malinda Lo da etwas anderes draus. Es ist nicht einfach nur eine Nacherzählung in einer etwas anderen Version, sondern die Geschichte wird verändert. Aus dem schüchternen, lieben Aschenputtel wird in „Ash“ eine mutige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Es wird nicht explizit gesagt, wo oder wann die Geschichte spielt, aber dennoch war es bestimmt keine leichte oder prestigeträchtige Entscheidung, die Ash trifft.

Das Ende war zum Teil jedoch sehr unüberzeugend, ließ den Eindruck entstehen, dass es schnell fertig werden müsste und dass man dafür nicht sehr überzeugend sein müsse. Das ist schade, ein etwas anderer Ausgang oder zumindest etwas mehr Mühe wären hier bestimmt nicht fehl am Platz gewesen.

Wie der Titel schon anmerkt, dreht sich alles um Ash, die Hauptperson des Buches. Leider kommen dadurch alle anderen Charaktere viel zu kurz, sie bleiben flach und wie wirkliche Randfiguren. Wesen, die man nur am Rande wahrnimmt, deren Existenz zwar notwendig für die Geschichte ist, die man aber nicht näher kennen muss. Besonders über die Gebräuche dieses Landes, über die Stieffamilie von Ash und noch viele andere Dinge hätte ich gerne mehr gewusst.

Prinzipiell stimme ich unserem großen Literaturkritiker zu: Dicke Bücher könnten und müssten eigentlich rigoros gekürzt werden. In diesem Fall jedoch hätte man es verlängern müssen. Mehr Details, mehr Charakteraktionen, mehr Beziehungen zwischen den Charakteren, und es wäre ein wirklich wundervolles Buch herausgekommen. Hat eigentlich schon mal irgendjemand verlangt, das mehr hätte geschrieben werden müssen, um ein gutes Buch zu erhalten? Nun, hier ist es so.

Im momentanen Zustand hat man eine schöne Geschichte, die Wiederauferstehung eines Märchens mit vielen Veränderungen. Sie ist wunderschön zu lesen, an der Sprache merkt man, dass man von der Autorin noch viel erwarten kann. Ich würde fast das Wort „feingeschliffen“ verwenden. Prägnante Sätze und Worte, die die Fantasie beflügeln.

 

Vielen Dank an den Pan- Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Erschienen am 2.11.2010 in deutscher Erstausgabe. Englischer Titel: „Ash“

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