Patrick Rothfuss- Der Name des Windes

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Bevor es nächste Woche wieder mit den Rory- Büchern losgeht (einen Post findet ihr hier gleich auch noch mal), will ich euch noch dieses wunderschöne Buch ans Herz legen.

Englischer Titel: The Name of the wind. The Kingkiller Chronicle: Day One

Reihe: Die Königsmörder- Chroniken

Wie ich auf dieses Buch gekommen bin:

Es ist schon vor einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Amazon- Wunschliste gelandet. Irgendwann konnte ich mich jedoch nicht mehr daran erinnern, warum. Normalerweise meide ich Bücher, in denen es um fantastische Welte geht. Doch dann stieß ich bei Liath nochmal auf das Buch, sie fand es klasse. Als ich es dann in der Bib fand, dachte ich mir: Nehmen wir diese Gelegenheit dochmal beim Schopf!

Inhalt:

Statt euch hier was zu erzählen, möchte ich eine Stelle aus dem Buch wiedergeben, dass das Ganze viel besser trifft:

„Mein Name ist Kvothe. Namen sind wichtig, denn sie verraten einem viel über einen Menschen. Ich habe schon mehr Namen getragen als irgendjemand rechtmäßig tragen dürfte.

Die Adem nennen mich Maedre. Das bedeutet, je nachdem, wie man es ausspricht, „die Flamme“, „der Donner“ oder „der zerborstene Baum.“ (…)

Man nannte mich Kvothe den Blutlosen, Kvothe den Arkanen und Kvothe den Königsmörder. Ich habe mir diese Namen verdient. Ich habe sie mir erkauft, und ich habe dafür bezahlt. (…)

Ich habe geraubte Prinzessinnen aus den Händen schlafender Unholde befreit. Ich habe die Stadt Trebon in Brand gesetzt. Ich habe eine Nacht mit Felurian verbracht, und es hat mich weder das Leben noch den Verstand gekostet. Ich wurde von der Universität verwiesen, in jüngerem Alter als die meisten dort zugelassen werden. Ich wandele in Mondschein auf Pfaden, von denen andere auch bei Tage nicht zu reden wagen. Ich habe mit Göttern gesprochen, habe Frauen geliebt, habe Lieder geschrieben, bei denen selbst die Sänger in Tränen ausbrechen.

Ihr habt womöglich schon von mir gehört.“

Das gibt einen ziemlich guten Überblick darüber, wie dieses Buch ist und klingt.

Meine Meinung:

Wie gesagt, am Anfang war ich skeptisch. Jetzt bereue ich es, es nicht vorher gelesen zu haben. Selten habe ich ein so schönes und geniales Fantasybuch gelesen. Nicht nur die Sprache ist klasse, sondern besonders die Charaktere. Kvothe ist kein Held, niemand, der edle Absichten hegt, der die Welt retten muss oder ohne Fehler ist. Gerade das macht seinen Reiz aus, seine Herkunft, seine Geschichte. Wie er handelt und seine Gedanken sind absolut real und nachvollziehbar, man schüttelt zwischendurch nicht den Kopf und denkt, dass das übertrieben ist.

Auch die Welt ist nicht abgehoben. Die Karte hätte ich mir etwas detaillierter gewünscht, viele von den Städten habe ich verzweifelt gesucht. Es wäre schön gewesen, wenn man diese noch eingetragen hätte.

Natürlich ist auch eine Frau im Spiel, wie kann es anders sein 😉 Doch auch sie passt einfach. Und Gott sei Dank ist sie kein hübsches Dummchen, sondern weiß genau, wie sie ist und was sie kann, sie ist einfach sie selbst, genau wie Kvothe. Keiner von ihnen verstellt sich, eine derartige Charakterarbeit habe ich bisher noch nirgends gesehen- und wie ihr wisst, lese ich nicht gerade wenig.

Fazit:

Ihr müsst dieses Buch einfach lesen! Ich kann gar nicht genug verschieden Synonyme für genial finden, um den Eindruck zu beschreiben, den dieses Buch bei mir hinterlasse hat. Die 860 Seiten waren viel zu kurz, ich werde auf alle Fälle auch die anderen Bücher lesen. Gott sei Dank ist das zweite auf Deutsch in Aussicht und auf englisch schon erschienen.

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  1. Schön, dass es dir so gut gefallen hat! Wie gesagt, ich finde es auf Englisch ja sprachlich noch wesentlich besser als auf Deutsch und mE ist das auch ein Buch, das beim nochmaligen Lesen durchaus neue Aspekte gewinnt, was man ja auch nicht von jedem Roman sagen kann.

    Warum magst du eigentlich Bücher nicht so, die in fantastischen Welten spielen?

    • Es ist mir einfach zu viel geworden. Ich finde, Fantasy muss mehr bieten, als sich nur an Herr der Ringe zu orientieren. Gerade seit den Filmen kann man ja nirgendwo mehr hingucken, ohne auf Orks, Elben, Zwerge und Co und stoßen (Oder auf Vampire). Es ähnelte sich alles, leider. Manchmal steckten ja gute Ideen drin.
      Bei diesem Buch hatte ich auch befürchtet, so etwas zu finden. Aber ich war ver***** froh, dass das nicht der Fall war.
      Auf englisch werde ich es bestimmt auch noch mal lesen (immer wieder^^), denn ich liebe diese Sprache und finde sie ebenfalls sehr melodisch. Grob gesagt lese ich sogar lieber auf englisch, aber das Buch gabs nur auf deutsch in der Bib…

      • Ah, ach so! Kann ich gut verstehen. Ich mag „tolkieneske“ Fantasy auch nicht wirklich, aber es gibt so viele tolle Sachen, die ohne das alles auskommen. Man muss nur die Nadeln im Heuhaufen finden. Falls du sie in der Bib finden solltest, schau mal nach den „Verlorenen Reichen“ von Greg Keyes, das sind 4 Bände. Grausige Cover, aber sehr spannende „Öko-Fantasy“ mit heidnischem Touch und sehr ungewohnten Wendungen in der Geschichte. Ganz toll auch die „Hexer“ Romane von Andrzej Sapkowski, da gibt es zwar auch Elfen und Zwerge, die dienen aber eher, um ökologische und politische Zusammenhänge mal auf andere Weise darzustellen. Außerdem ist das sprachlich auch grandios und sehr humorvoll.

      • Öko- Fantasy? Habe ich noch nie was von gehört. Klingt aber verrückt genug, um mal reinzuschauen.^^

        Der erste Teil von „Die verlorenen Reiche“ klingt interessant, sieht aber wirklich grauenhaft aus. Da gefallen mir die Cover von der Alchimisten- Serie mehr.
        Die „Hexer Geralt“- Reihe interessiert mich gerade etwas mehr, die landet bestimmt auf meiner Liste. Danke für die Tipps!

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