Was bin ich eigentlich?

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Ha, das ist lustig 😉 Gestern hatte ich darüber nachgedacht, einen Artikel über das Thema Ernährung, Veganismus und Co zu schreiben, und Liathano hatte scheinbar denselben Gedanken 😉

Bin ja sowieso wieder oder immer noch ein wenig auf dem Selbstfindungstrip, deswegen kam auch das Thema „Ernährung“ vor. Was nicht so ganz einfach zu beschreiben ist….

Ich bin eben hin- und hergerissen, auch wenn jetzt viele Veganer wohl im Laufe des Artikel aufschreien werden. Doch das sehen wir dann alle in der Kommentarfunktion 😉

Einerseits denke ich: Ja, ich würde mich gerne richtig Veganer nennen. Einfach, weil ich denke, dass es die für mich ethisch korrekteste Ernährung ist. Habe ja in dem vergangenem Jahr auch sehr viel dazu gelesen, sehr viele Rezepte ausprobiert und mich wirklich umfassend informiert. Ich weiß, dass es mir ein gutes Gefühl gibt, auf gewisse Dinge zu verzichten, wie etwa Fleisch, Milch, aber auch (abseits vom Veganismus) zu viel E- Nummern in meinem Esse, „ungesundes“ Mehl, zu viel Zucker und etc. Ich fühle mich dadurch einfach besser, keine Frage. Probiert das ruhig mal ne Woche aus, es gibt geniale Alternativen! Bisher hatte ich noch kein Rezept, das nicht schmecken würde 😉

Andererseits aber bin ich auch oft nicht konsequent, das gebe ich zu. Manchmal habe ich Lust auf Schokolade, auf Käse. Gott sei Dank nie auf Fleisch, aber im Sinne eines Veganers ist Milch, verständlicherweise, genauso schlimm. Dann aber denke ich: Muss ich mir unbedingt einen „Stempel“ aufdrücken? Wenn ich ab und an diese Dinge esse, kann ich mich nicht mehr „Veganer“ nennen, oder? Ist das überhaupt wichtig, wie man sich nennt? Wie Liath schon sagt: Es vereinfacht manchmal die Dinge. Statt zu sagen „Ich esse das, das, das, das, dieses und jenes nicht“, ist ein Begriff wie „Ich bin Vegetarier/ Veganer“ schon ein Stück hilfreicher. Auch wenn man dennoch komische Blicke erntet 😉

Zu einer wirklichen Antwort bin ich noch nicht gekommen. Brauche ich jetzt einen Bezugspunkt, um mich und meine Ernährungsweise zu klassifizieren, oder eher nicht?

Auf jeden Fall denke ich, dass alles von bewussten Entscheidungen abhängt. Wenn man sich darüber informiert, woher sein Essen kommt, wenn man ungefähr weiß, was dahinter steckt oder was für einen Effekt das auf den Körper hat (muss euch demnächst noch unbedingt was über Koffein erzählen, das war sehr interessant!), dann kann man sich entscheiden: Will ich das essen/ trinken, obwohl ich diese Dinge weiß? Oder kann ich es in Kauf nehmen? Und ist es für mich in Ordnung, wenn ich das jetzt mache? Bin ich dadurch ein schlechterer Mensch, weil ich meinen Gelüsten folge?

Zumindest ist es ein klein wenig besser, als sich wahllos mit irgendwas „zuzustopfen“, nur, weil man keine Ahnung von seinem Essen hat. Es geht ja nicht um die ultimative Wahrheit, zum Beispiel, ob Aspartam nun ganz schlimm ist oder nicht. Aber man sollte es zum Beispiel nicht zu sich nehmen, wenn man abnehmen will. Nicht, weil laut einigen Seiten Schwein damit gemästet werden, sondern weil es tatsächlich ausprobiert worden ist: Wenn man eine Woche lang dieselben Produkte wie sonst ist, in den selben Mengen, nur eben in Light bzw Aspartam- Version, dann nimmt man zu. So einfach geht das 😉 Also: Egal, welcher Ernährungsphilosophie ihr anhängt: Trefft bewusste Entscheidungen über euer Essen! Diese 5l Fanta oder Eistee aus einigen Geschäften kann doch einfach nicht gesund sein…oder was meint ihr? Vielleicht bekommen wir hier ja ein paar Meinungen zum Thema Essen, Ernährung, Stempel und Entscheidung zusammen, das wäre cool 😉 Muss mich auch endlich mal daran machen, die bisherigen Kommentare zu beantworten…ich verspreche, das erfolgt in Kürze! Spätestens zum Wochenende 😉

 

 

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Über Sara

Aushilfskraft und Studentin (Germanistik und Philosophie an der Universität Bremen, Beginn im WS 2010). Wohnort: Bremen, zusammen mit zwei Katern und einer Unmenge von Büchern. Hobbies: lesen, schreiben, zeichnen, lernen,

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  1. Eigentlich hast du mich durch einen früheren Post mit auf das Thema gebracht. 😉
    Letztlich denke ich, dass jeder sein Verhältnis zu Ernährung finden muss. Die einen sind superkonsequent und werden von heut auf morgen vegan. Die anderen brauchen für die Umstellung Jahre und wieder andere gönnen sich immer mal wieder ein Laster (sei es Käse, Fleisch, Schoki oder was auch immer) und feiern diesen Happen dann richtig. Wichtig ist dabei mE vor allem wie du schon sagst, dass man sich mal ein bisschen informiert (über Massentierhaltung, Zusatzstoffe, Nährwerte, Monokulturen, Genfood, Fairtrade, usw.) und dann seine Entscheidung trifft, und dass man sich dabei nicht dadurch beeinflussen lässt, was andere sagen, egal ob es nun Omnis oder Veggies sind. Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch isst anders.

    LG
    Liath

    • War ja klar 😉
      Ja, ich denke auch, dass wenn man sich ein Etikett auf“drückt“, dass man dann diese Ausnahmen würdigen sollte. Wenn man allerdings ohne Etikett lebt, macht es das in gewisser Weise auch einfacher. Aber wenn man sich mit gestandenen Veganern unterhält, bekommt man direkt das „Mörder“- Etikett auf die Stirn geklebt, die du in deinem Artikel ja auch schon gesagt hattest. Man sollte einfach allen Ernährungsweisen tolerant begegnen, sich etwas darauf einlassen und auch u.U mal ausprobieren. Wenn man sich als Veganer bezeichnet, aber damit nicht glücklich wird, weil einem bestimmte Dinge fehlen, welchen Sinn hat das dann? Da soll man doch lieber probieren, sich auf so wenige Ausnahmen wie möglich einzulassen.

  2. Mir geht es ähnlich wie dir. Wäre gerne ganz vegan, bekomme es aber nicht hin. Zwischendurch habe ich richtig Heißhunger auf was mit (Ziegen-)Käse überbackenes oder ein Frühstücksei.
    Braucht es denn unbedingt ein Etikett?
    Wenn, dann bin ich Pseudoveganer 🙂

    • Ja, das „Pseudoveganer“ habe ich ja auch schon länger in meiner Beschreibung stehen 😉 Un den Heißhunger auf Käse kenne ich nur zu gut, immer, wenn meine beste Freundin zu Besuch kommt, machen wir einen Wein- und Käseabend. Abseits von diesen Abenden lebe ich zu 98% vegan. Ich denke, ich brauche kein Etikett, werde es aber wohl in Restaurants und so benutzen, um es etwas einfacher zu gestalten.

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